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Vanessa Licht

Rasende Reporterin

Ab Ende Mai: Kunstwerke entlang der Großglockner Hochalpenstraße

Zur Zeit wird auf der Großglockner Hochalpenstraße noch eifrig Schnee geräumt. Aber bald gibt es einen schönen Anlass, dieses bedeutende Denkmal Salzburgs inmitten seiner unglaublich schönen Berglandschaft (wieder) zu besuchen. Unter dem Namen „A Touch of Heaven (and Hell)“ werden ab Ende Mai bis 2022 Kunstwerke zu sehen sein.

A TOUCH OF HEAVEN (AND HELL)
SERPENTINE – A TOUCH OF HEAVEN AND HELL ist der Titel dieses Kunstprojektes und bezieht sich auf die mäandernde Fahrt über die vielen Kehren der Großglockner-Hochalpenstraße. Diese repräsentiert eine „Schwellenlandschaft“ par excellence, eine „Gegenwelt“, die zu der des Alltags nicht größer sein könnte, in der sich die Erfahrung der augenscheinlichen Erhabenheit (und Gewalt ) der Natur und der Ästhetik der technologischen Infrastruktur verbinden – in Glücksgefühlen und Angst, immer knapp am Himmel und knapp am Abgrund zugleich.

Die Großglockner-Hochalpenstraße und die durch diese mäandernde Streckenführung inszenierte Landschaft bieten mobilisierten Besuchern geradezu überwältigende ästhetische Sensationen. Gegenüber den enormen Weiten, Höhen und Tiefen des be- und er-fahrenen Raumes, der Glücksgefühle und Todesangst gleichermaßen evoziert, können Kunstwerke, wenn sie nicht völlig unangemessene monumentale Dimensionen annehmen, kaum eine erhöhte Aufmerksamkeit für sich gewinnen. Künstler können durch ihre Interventionen bestenfalls den Blick auf ausgewählte Themen, die in der spezifischen politischen, Technik-, Natur-, und Kultur-Geschichte dieser touristischen Erlebnis-Landschaft und ihrer Transformationen bereits angelegt sind, schärfen oder diese neu befragen.

Die Kunstwerke sind während der Öffnungszeiten der
Großglockner Hochalpenstraße zugänglich:

Anfang Mai bis Anfang November
bis 31. Mai 6:00 bis 19:30 Uhr,
1. Juni – 31. August 5:30 bis 20:30 Uhr,
ab 1. September 6:00 bis 19:30 Uhr
Letzte Einfahrt jeweils 45 Minuten vor der Nachtsperre
Ticketpreise vor Ort

In ihren Recherche-basierten und ortsspezifischen Arbeiten stellen sich die eingeladenen Künstler nicht gegen diese grandiose alpine Erlebnislandschaft, sondern integrieren sich in existierende religiöse, politische, verkehrstechnische, landwirtschaftliche und touristische Darstellungstechniken und Rituale. Sie schärfen den Blick für Themen, die in der Geschichte des Straßenprojekts bereits angelegt sind: die Obsession zur Beherrschung der Natur, der Weg als Ziel, die Straße als Sportgerät, Teststrecke und Wallfahrtsroute, die Glücksgefühle und Todesängste, die sich hier gleichermaßen einstellen, die Fahrzeuge als essentielle Weggefährten, die Vertreter der menschliche Spezies in großer Anzahl und Dichte hoch hinauf und tief hinunter durch die Landschaft tragen, durch Lebensräume von Wild- und Nutztieren, entlang steigender Schneegrenzen und schmelzender Gletscher – deren Erhabenheit wie die Verletzlichkeit immer vor Augen.

Mehr Abbildungen und näherer Informationen zu den einzelnen Kunstwerken und den Künstler*innen: https://serpentine.at

Temporäre Kunstinterventionen entlang der Großglockner Hochalpenstraße mit Iris Andraschek, Hubert Lobnig, Peter Kozek, Thomas Hörl, Ralo Mayer, Anna Meyer und Hannes Zebedin
Kurator: Michael Zinganel

Quelle: Serpentine.at

April 2021, Vanessa Licht

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