Vanessa Licht

Rasende Reporterin

Studie: Pandemie hat keinen Einfluss auf Lust nach Sex

Gutes Essen, Sport, Online-Shopping – und Sex: Eine neue Studie bestätigt, dass die Corona-Krise dem Wunsch nach ein wenig Hedonismus nichts anhaben konnte. Nach dem Ende des Lockdowns macht sich nun Aufbruchsstimmung breit, die Österreicherinnen und Österreicher sind voller Tatendrang und freuen sich über die Rückkehr zur Normalität. Die Kehrseite der Medaille: Vor allem Singles sowie junge Menschen unter 30 Jahren sind oft erschöpft und lustlos.

(c) Pixabay

Hatten die Österreicherinnen und Österreicher während der Pandemie mehr Sex? Diese Frage muss zwar mit einem Nein beantwortet werden, aber die gute Nachricht ist: Sie hatten auch nicht weniger Sex. Eine aktuelle Studie1 im Auftrag der Online-Partneragentur Parship über „Lust und Genuss“ während der Corona-Krise zeigt, dass sich fast die Hälfte aller Paare zumindest einmal pro Woche liebte, weitere 20 Prozent mindestens einmal im Monat. Beides Werte, die seit 2017 unverändert geblieben sind2. Freude bereitete in den letzten Monaten den Österreichern aber auch gutes Essen, und rund jeder Vierte fand Genuss an einem Drink oder einem guten Glas Wein. Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass sich mehr Männer für Sport begeisterten (27% vs. Frauen 19%), während mehr Frauen ihre Shopping-Leidenschaft im Internet auslebten (24% vs. Männer 19%).

Endlich Normalität!
Die Studie spiegelt auch die aktuelle Stimmung im Land wider: 91 Prozent der Befragten freuen sich über die Rückkehr zur Normalität, 80 Prozent schmieden Pläne für die Zukunft, 69 Prozent sind voller Tatendrang. Allerdings ist diese Aufbruchsstimmung nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleich verteilt: So sind Singles deutlich öfter lustlos und können sich zu nichts aufraffen (40% vs. 23% in Partnerschaft) oder sie sind verzweifelt, weil die Krise ihr Leben besonders schwer gemacht hat (31% vs. 19% in Partnerschaft). Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at: „Viele Singles kämpfen noch mit den Nachwirkungen der sozialen Isolation und dem Gefühl von Einsamkeit. Es ist allerdings oft nur eine Frage der Zeit, bis man wieder Mut schöpft und neue Perspektiven schafft. Oft sind es Kleinigkeiten, die in herausfordernden Zeiten Freude bereiten können und wieder Lust auf mehr machen. Mit der langsam wieder neu gewonnenen Normalität wird auch das Gefühl von Hilflosigkeit immer weniger. Freudige Erlebnisse und Aktivitäten, bei denen man Kraft und Energie tankt, geben einem wieder Stabilität und Zuversicht.“

Krise hinterlässt bei jungen Menschen tiefe Spuren
Auch bei den Befragten unter 30 Jahren ist die Freude auf die Zeit nach der Krise nicht ungetrübt, denn die Pandemie scheint bei ihnen deutliche Spuren hinterlassen zu haben. So bestätigen 51 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass sie erschöpft sind und einfach nur hoffen, etwas zur Ruhe zu kommen (bei den über 60-Jährigen sind es 16%). 36 Prozent geben an, resigniert zu haben und nicht mehr daran zu glauben, dass sich in den nächsten Monaten viel ändern wird (36% vs. 20% über 60). Ein Drittel der Jungen ist verzweifelt, während nur 12 Prozent der über 60-Jährigen dieser Aussage zustimmen.

„Das Leben vieler junger Menschen wurde durch die Krise oft komplett auf den Kopf gestellt. Sie mussten viele Abstriche machen und auf vieles verzichten, was ihre sozialen Kontakte, ihre Ausbildung, die Freizeit oder Karriere betrifft. Der Tatendrang kommt aber auch in dieser Generation Stück für Stück zurück. Die Krise hat vielen gezeigt, was einem gut tut und was weniger förderlich ist. Das hilft beim Schmieden neuer Pläne und unterstützt einen in der Unterscheidung von Wichtigem und eher Unwichtigem“, ist Erb überzeugt.

Studieninfos:
Die bevölkerungsrepräsentative Studie wurde im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at von Marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden im Mai und Juni 2021 1.000 webaktive Österreicher zwischen 18-69 Jahren, darunter 712 in Partnerschaft lebend und 288 Singles.

Quelle: Parship

Juli 2021, Vanessa Licht

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